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22/06/2022

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat ein umfassendes Paket für mehr Umwelt- und Klimaschutz vorgelegt, das unter anderem den Verbrauch von Pestiziden bis 2030 halbieren soll.

 https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/agrar-eu-kommission-will-natur-vor-dem-kollaps-retten-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220622-99-757798


Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat ein umfassendes Paket für mehr Umwelt- und Klimaschutz vorgelegt, das unter anderem den Verbrauch von Pestiziden bis 2030 halbieren soll.

Ein weiteres vorgestelltes Vorhaben zielt darauf, beschädigte Naturlandschaften wiederherzustellen: So sollen trockengelegte Moore wieder vernässt und Wälder aufgeforstet werden. Ein weiteres Ziel: mehr Grün auch in Städten.

Die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Flüssen, Wäldern, Ökosystemen in Meeren, aber auch von Natur in städtischen Umgebungen sei eine entscheidende Investition in Ernährungssicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden, erklärte die Brüsseler Behörde. Rund 80 Prozent der europäischen Lebensräume befänden sich in einem schlechten Zustand.

 Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) sagte, es reiche nicht aus, einzelne Arten zu schützen. "Wir müssen ganze Ökosysteme renaturieren, denn aktuell sind Moore, Wälder, Flüsse und Meere vielerorts in einem schlechten Zustand." Das Gesetzesvorhaben der EU-Kommission werde dazu einen wichtigen Beitrag leisten.


19/02/2021

Wie irre ist im Zeitalter der Pandemien eigentlich die Agrarpolitik der EU

 


 

04/06/2020

Pläne für EU Haushalt werden Green Deal nicht gerecht

Wie geht es nun weiter?
Die gestern präsentierten Pläne stecken erstmal nur den groben Rahmen ab. Die technischen Details und die inhaltlichen Prioritäten unter anderem des Wiederaufbaufonds werden in der regulären Gesetzgebung von Rat und Parlament entschieden. Beim Haushalt sind hingegen vor allem die Staats- und Regierungschefs am Zug. Die ab Juli beginnende deutsche Ratspräsidentschaft muss hier die richtigen Impulse setzen. Nachdem die Bundesregierung sich bereits dazu bekannt hat, dass der Green Deal die Grundlage für den Wiederaufbau sein soll, muss sie sich nun dafür einsetzen, dass die Biodiversitätsstrategie so ambitioniert wie möglich umgesetzt wird.

05/05/2020

Abschaffung der EU-Agrarpolitik

02/03/2020

Killer Slime, Dead Birds, an Expunged Map: The Dirty Secrets of European Farm Subsidies



In the spring of 2017, a European Union working group of environmentalists, academics and lobbyists was having a technical discussion on green farming practices when a map appeared on an overhead screen. In an instant, the room froze.
A farm lobbyist objected. Officials murmured their disapproval.
The map juxtaposed pollution in northern Italy with the European Union subsidies paid to farmers in the region. The overlap was undeniable and invited a fundamental question: Is the European Union financing the very environmental problems it is trying to solve?
The map was expunged from the group’s final reports, those in attendance say. But using the European Union’s own economic models, The New York Times created an approximation that confirms what European officials did not want seen: The most heavily subsidized areas had the worst pollution.

01/01/2020

Exklusiv: Der Deutsche Bauernverband will den;Green Deal der EU beim Klimaschutz unterstützen und eine grüne Agrarpolitik mitgestalten

Der deutsche und zugleich europäische Bauernpräsident Joachim Rukwied hat für die Landwirtschaft eine aktive Unterstützung des neuen EU-Klimaschutzprogramms "Green Deal" angekündigt. "Die EU-Agrarpolitik wird grüner werden, damit sie akzeptiert wird, wir sind dabei und wollen das mitgestalten", sagte der Bauernpräsident unserer Redaktion. Dieses Signal solle auch von der Internationalen Grünen Woche ausgehen, bei der in zwei Wochen auch rund 200 Agrarpolitiker aus aller Welt teilnehmen werden.
Rukwied betonte, dass die Klimapolitik von hoher Bedeutung für die Bauern sei. "Als Landwirtschaft sind wir Betroffene und Teil der Lösung", sagte er. "In unserer eigenen Klimastrategie haben wir uns selbst sehr ehrgeizige Emissionsreduktionsziele gesetzt."

Europas Zukunft ist grün 🌲🌳🌴🍀 Kommentar
https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Europas-Zukunft-ist-gruen-id56203481.html



19/11/2019

Studie: EU-Agrarpolitik ist nicht zukunftsfähig


Massive Kritik an den Direktzahlungen


Getreideernte
Die Forscher kritisieren darüber hinaus, dass die EU weiterhin Instrumente erhalten wolle, die sich nachweislich als ineffizient, klima- und umweltschädlich sowie sozial ungerecht herausgestellt hätten. Als Beispiel werden die Direktzahlungen im Rahmen der sogenannten Säule 1 der GAP genannt. Rund 40 Mrd. Euro (ca. 70 Prozent des GAP-Budgets) bekommen Landwirte allein auf Grundlage der bewirtschafteten Fläche. Dies führt nach Einschätzung der Forscher zu einer ungleichen Förderung: 1,8 Prozent der Empfänger bekommen 32 Prozent des Geldes.



Agrarpolitik und Umweltschutz

Studie: EU-Agrarpolitik ist nicht zukunftsfähig

Felder
 
Deutsche Forscher kritisieren die Reformpläne der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der Zeitschrift Science. Diese lassen nach ihrer Analyse keine Verbesserungen beim Umweltschutz erwarten.
Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam unter Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Georg-August-Universität Göttingen.
Zwar bekenne sich die EU zu mehr Nachhaltigkeit. In den GAP-Reformvorschlägen spiegele sich dies jedoch nicht wider, kritisieren die Wissenschaftler. Die Autoren diskutieren in ihrer Untersuchung, wie der laufende Reformprozess wissenschaftlichen Erkenntnissen und öffentlichen Forderungen nach mehr Umwelt- und Klimaschutz gerecht werden könnte.

Art der Landnutzung ist entscheidend

Ackerland
Rund 174 Millionen Hektar, dass sind 40 Prozent der gesamten Fläche, werden in der EU landwirtschaftlich genutzt. In Deutschland sind es sogar über 50 Prozent. Die Intensivierung der Landnutzung ist nach Einschätzung des Weltbiodiversitätsrat IPBES jedoch die Ursache Nr. 1 für den Rückgang der biologischen Vielfalt.
Die Europäische Union, und damit auch Deutschland, haben sich in verschiedenen internationalen Abkommen zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zum Schutz der Biodiversität und des Klimas verpflichtet. Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union ist dabei eines der wichtigsten Politikfelder, um diese internationalen Verpflichtungen umzusetzen. „Doch gerade hier ist wenig von dieser Absicht zu erkennen", kritisiert ein Forscherteam um Dr. Guy Pe'er (iDiv, UFZ) und Dr. Sebastian Lakner (Universität Göttingen).

17/11/2019

Die politische Frage der EU-Mitgliedstaaten zur gemeinsamen Agrarpolitik

14/11/2019

06/11/2019

Dass der Löwenanteil des EU-Budgets in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) fließt, ist bekannt. Dass die GAP bisher wenig zur Lösung der Umweltprobleme beitrug auch. Wenig bekannt ist, dass Oligarchen diese EU-Gelder abschöpfen, während Kleinbauern sterben

05/11/2019

Perverse Agrarpolitik

26/10/2019

Interessiert, wer die Top-Empfänger der Agrarsubventionen 2018 sind
Keine Landwirte unter den Top-Empfängern

Direktzahlungen
Von den im Jahr 2018 insgesamt ausgezahlten Agrarbeihilfen erhielten 157 Begünstigte mehr als 1 Million Euro. Zuwendungen über 2 Millionen Euro bekamen 31 Empfänger und Zahlungen von mehr als 3 Millionen Euro gingen an 17 Begünstigte.

Die Top-15-Empfänger von 2018

Von den im Jahr 2018 insgesamt ausgezahlten Agrarbeihilfen erhielten 157 Begünstigte mehr als 1 Million Euro. Zuwendungen über 2 Millionen Euro bekamen 31 Empfänger und Zahlungen von mehr als 3 Millionen Euro gingen an 17 Begünstigte.
Das Ranking der größten 15 Empfänger sieht folgendermaßen aus:
  • Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern: 10,4 Millionen Euro
  • Landesbetrieb für Küstenschutz, Husum, Küsten- und Hochwasserschutz: 5,92 Millionen Euro
  • Landgard Obst + Gemüse GmbH, Straelen: 5,85 Millionen Euro
  • Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt, Blankenburg (Harz): 5,78 Millionen Euro
  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN): 5,7 Millionen Euro
  • Landesbetrieb für Hochwasserschutz, Magdeburg: 5,64 Millionen Euro
  • Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft: 4,4 Millionen Euro
  • Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg: 4,07 Millionen Euro
  • Landesamt für Umwelt, Potsdam, Hochwasserschutz: 3,99 Millionen Euro
  • Stadt Celle, Küsten und Hochwasserschutz: 3,95 Millionen Euro
  • Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, Malchin: 3,93 Millionen Euro
  • Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen (DHSV Dithmarschen): 3,66 Millionen Euro
  • Erzeugerorganisation Spargel & Beerenfrüchte GmbH (EO), Lehnin: 3,36 Millionen Euro
  • Elbe-Obst Erzeugerorganisation r.V.: 3,24 Millionen Euro
  • Erzeugerorganisation für Obst und Gemüse Mecklenburger Ernte eG, Schwerin: 3,13 Millionen Euro
  • ELO Erzeugergroßmarkt Langförden-Oldenburg eG, Vechta, 3,08 Millionen Euro

10/10/2019

Biologische Vielfalt auf dem Acker braucht neue Standards in der Agrarpolitik

09/10/2019

Janusz Wojciechowski wird Kommissar für das wichtige Feld der Agrarpolitik

06/10/2019

Janusz Wojciechowski, Kurzmeldung

Janusz Wojciechowski hat schriftlich zusätzliche Fragen beantwortet, die morgen Nachmittag bewertet werden sollen. Am Dienstag soll dann eine weitere, 90 Minuten lange, Anhörung stattfinden.

29/08/2019

BMEL bestätigt Umschichtung der Direktzahlungen

 Das BMEL bestätigt, dass es eine höhere Umschichtung von den Direktzahlungen hin zu den Agrarumweltprogrammen in der 2. Säule plant. „Über den Umschichtungssatz für 2020 findet zurzeit eine Ressortabstimmung statt. Er wird ein höherer sein“, teilt das BMEL in dieser Woche auf Anfrage von top agrar mit. Einen konkreten Prozentsatz will das BMEL noch nicht nennen. Noch gebe es auch keinen Termin für die Abstimmung darüber im Bundeskabinett, heißt es beim BMEL weiter. Die Zustimmung zur Umschichtung kann eine Bestätigung dafür sein, dass die „Kuhhandel“ Gerüchte zwischen CDU und SPD zu den Themen Tierwohllabel und Umschichtung stimmen. Die Regelung muss laut dem BMEL spätestens bis Ende September stehen, damit sie Anfang des Jahres in Kraft treten kann. Unternimmt die Bundesregierung nichts, würde kein Geld von den Direktzahlungen in die 2. Säule umgeschichtet. Zuvor muss allerdings noch der Bundestag darüber abstimmen.


Berlin Die Gerüchte um eine mögliche Erhöhung der Umschichtung aus den Direktzahlungen in die Ländliche Entwicklung ab dem kommenden Jahr (wir berichteten) verdichten sich. Eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) bestätigte, dass Gespräche zwischen ihrem Ressort und dem Bundesumweltministerium (BMU) zu einer Änderung des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes stattfänden.
Auch das BMU scheint auf zusätzliche Mittel für die Umwelt in den Ländern zu spekulieren. Ein Sprecher sagte dem Wochenblatt: „Grundsätzlich stehen die umgeschichteten Mittel den Ländern für Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums zur Verfügung. Eine Erhöhung würde es erlauben, neben der Durchfinanzierung bereits laufender Maßnahmen zusätzlich auch Neuverpflichtungen einzugehen. Die umgeschichteten Mittel sollen dabei zweckgebunden für eine nachhaltige Landwirtschaft verwendet werden. Das umfasst die Förderung flächenbezogener Maßnahmen, insbesondere die Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen mit unter anderem der Anlage von insektenfreundlichen Blühflächen, sowie des ökologischen Landbaus.“
Dem Vernehmen nach plant das BMEL, im Gegenzug für die Zustimmung der SPD zum staatlichen Tierwohllabel im Bundeskabinett, eine entsprechende Kürzung der Direktbeihilfen bereits ab 2020 zu akzeptieren. Laut Wochenblatt-Informationen sollen die Gesetzesentwürfe zum Tierwohl-Label und zur Änderung bei den Direktzahlungen in der Kabinettssitzung vom 14. August beschlossen werden. Eine Sprecherin des BMEL erklärte allerdings, dass die Agenda dieses Treffens noch nicht feststünde. Die Sprecherin dementierte Vorwürfe, wonach das BMEL bei der Sitzung auch akzeptieren würde, dass Streitpunkte beim Aktionsprogramm Insektenschutz, das derzeit vom BMU erarbeitet wird, zugunsten dieses Ressorts entschieden würden. Pläne zu einer möglichen Erhöhung der Umschichtung dementierte sie nicht.
Sollten sich das Bundeskabinett noch vor diesem Herbst mit dem staatlichen Tierwohllabel befassen, wäre das zumindest ein unfreundlicher Akt des BMEL gegenüber der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Diese hatte nämlich vor der Sommerpause darum gebeten, frühestens im Herbst eine Kabinettsbefassung vorzusehen, sofern die fraktionsinternen Beratungen zum Abschluss gekommen seien.
Kritisch gegenüber einem möglichen Tauschgeschäft einer Umschichtung für das Tierwohllabel zeigte sich der CSU-Agrarpolitiker Artur Auernhammer. Er sagte: „Eine erhöhte Umschichtung kann nicht Ziel eines Bundeslandwirtschaftsministeriums sein. Zudem halte ich nichts von politischen Tauschgeschäften. Hierbei gewinnt niemand. Politische Fragen sind stets einem ethischen Maßstab zu unterziehen. Sowohl die Bundesregierung als auch der Gesetzgeber sollten daher nachvollziehbar handeln. 
Bisher kann ich allerdings keine nachvollziehbaren politischen Gründe erkennen, welche die Notwendigkeit der Verknüpfung des Gesetzentwurfs für ein umstrittenes Tierwohllabel mit einer Erhöhung des Umschichtungssatzes von der 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik in die 2. Säule und mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz anzeigen.😡😡😡😡
https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/artur-auernhammer 💽💾


Auernhammer ergänzte, dass nach Abschluss der Handelsgespräche mit dem südamerikanischen Mercosur-Block eine EU-weit einheitliche und verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung für Fleisch sämtlicher Tierarten sinnvoller und nötiger sei denn je. Nationale Alleingänge bezeichnete er hingegen als nicht zielführend. SMB

05/08/2019

EU-Agrarpolitik wird von den ewig Gestrigen bestimmt – zum Schaden der Umwelt, aber auch der Landwirte.


Die EU-Agrarpolitik wird von den ewig Gestrigen bestimmt – zum Schaden der Umwelt, aber auch der Landwirte. Der Gastbeitrag von Martin Häusling, Biobauer und agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament.
Hauptergebnis der letzten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) 2013 war das in den Verhandlungen schwer umkämpfte sogenannte „Greening“, welches die landwirtschaftliche Praxis etwas nachhaltiger machen sollte. Seit der Einführung haben allerdings viele Gutachten und Studien belegt, dass diese Maßnahmen nicht viel für den Klima-, Arten- und Ressourcenschutz bringen. Zu nennen wären das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats des Agrarministeriums im April 2018 und die Kritik durch den Europäischen Rechnungshof 2018. Die Analysen belegen zudem, dass die angeblich einkommenstabilisierende Funktion der Zahlungen den Landwirten weder einen angemessenen Lebensstandard sichern noch das Aufgeben vieler Betriebe aufhalten kann. Auch die öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission zur GAP ergab, dass die europäische Zivilgesellschaft deutlich mehr Klima-, Umwelt- und Tierschutz als wichtige Pfeiler einer erneuerten GAP sehen möchte.
Was die EU-Kommission dann Ende 2017 für die aktuelle GAP-Reform vorgelegt hat, war eindeutig nicht zufriedenstellend. Trotz grüner Rhetorik und einer angeblich „grünen Architektur“ nahm der Vorschlag weder die wissenschaftlichen Empfehlungen auf noch die Wünsche der Europäer ernst. Denn erstens sollen die Mitgliedstaaten jetzt alles selber entscheiden, was zu einer Renationalisierung und zu einem Unterbietungswettbewerb bei Umweltauflagen führen wird. Und zweitens ist schlicht nichts konkret vorgegeben, nichts definiert, nichts verbindlich. Auch das aktuell veröffentlichte Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz beim BMEL zur effektiven Gestaltung der Agrarumwelt- und Klimaschutzpolitik äußert die Befürchtung, dass ein Unterbietungswettlauf die Folge sein könnte.

Ausschuss ignoriert Empfehlungen der Wissenschaft

Während der Umweltausschuss im Europäischen Parlament mit seiner Stellungnahme noch versucht hat, verbindliche Ziele und Vorgaben bezüglich ökologischer Mindeststandards einzuführen, haben sich im Beschluss des Agrarausschusses leider die ewig Gestrigen durchgesetzt. Die Beschlüsse verwässern den Kommissionsvorschlag noch einmal. Der Ausschuss ignoriert damit völlig die Empfehlungen aus der Wissenschaft, die hier in den Sitzungen der letzten Jahre ausführlich diskutiert wurden. Es kann also niemand sagen, er hätte es nicht gewusst.
Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Position des Agrarausschusses, die nach Ansicht der Grünen-Fraktion dringend noch einmal auf den Prüfstand kommen muss, beinhaltet unter anderem, dass 60 Prozent der Zahlungen weiterhin ohne jegliche ökologische Auflagen getätigt werden. Auch soll es nur ein sehr niedriges Budget für ökologische Leistungen geben – inhaltlich und finanziell weniger als das bestehende „Greening“ – und diese sollen auch nicht verbindlich sein. Sogar die gesetzlichen Mindestvoraussetzungen für den Erhalt von Direktzahlungen sollen verwässert werden. Weit und breit keine Maßnahmen in Sicht, die zum Klimaschutz und zum Erhalt der Biodiversität beitragen, wie beispielsweise die Erhaltung von Dauergrünland, Torfgebieten und ökologischen Vorrangflächen. Darüber hinaus ist keinerlei Anpassung oder Kappung der Zahlungen bei Großbetrieben geplant. Eine gerechtere EU-weite Angleichung der GAP-Mittel für die Länder, die aktuell noch deutlich weniger bekommen, wurde ebenfalls abgelehnt.

Damit tut man den Bauern keinen Gefallen

Eine derart rückwärtsgewandte Agrarpolitik ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Damit tut man den Bauern in Europa auf mittlere Sicht auch keinen Gefallen, denn man bereitet sie nicht auf die aktuellen Herausforderungen der Zukunft vor. Außerdem nimmt man den Agrarzahlungen so jegliche zivilgesellschaftliche Akzeptanz. Das können wir Grüne im Europaparlament nicht mittragen. Wir fordern die frisch gewählte Kommissionspräsidentin von der Leyen auf, sich für einen neuen Vorschlag zur Agrarpolitik einzusetzen.
Dieser sollte konsequent den ökologischen Landbau als Leitbild festlegen und für die Zeit der Transformation eine Bindung der Zahlungen an hohe Umwelt- und Tierschutzstandards verbindlich vorgeben, so wie es auch der Beirat für Agrarpolitik beim BMEL in seinem Gutachten fordert. Eine konsequente Förderung zukunftsorientierter Betriebe muss dem Schwund von Betrieben Einhalt gebieten. Es wäre tragisch, den Schatz europäischer kultureller landwirtschaftlicher Vielfalt weiterhin auf dem Altar der Wettbewerbsfähigkeit für den Weltmarkt zu opfern. Europäische Landwirtschaft kann in einem unfairen Wettbewerb mit nord- und südamerikanischen Großbetrieben, die keine Rücksicht auf Umwelt nehmen, nicht bestehen. Landwirtschaft lässt sich nicht globalisieren.
Martin Häusling ist Biobauer und agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament.

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