https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/kaffee-regenwald-abholzung-nachhaltigkeit-100.html
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Jedes Jahr geben Tausende Kaffeebauern auf und schließen sich sogenannten Migranten-Karawanen an, die sich zu Fuß in Richtung Nordamerika aufmachen. Hinter dem Exodus steckt auch ein Wandel im Kaffeeanbau, der die Landschaften in Mittelamerika in wenigen Jahrzehnten radikal verändert hat: der Sonnenanbau.
Sonnen- statt Schattenanbau hat Schattenseiten
Kaffee wächst von Natur aus im schattigen Wald - doch beeinflusst durch Webekampagnen von internationalen Agrochemie-Konzernen holzen Kaffeebauern immer mehr Regenwälder ab und stellen ihre Plantagen auf Sonnenanbau-Monokulturen um.
In den 1970er Jahren wurden die ersten hybriden "sonnenresistenten" Kaffeesorten entwickelt, die kurzfristig höhere Erträge erzielen. Doch die Steigerung hat einen hohen Preis. Ohne den Schatten und die Nährstoffe des Waldes müssen die Pflanzen mit viel Bewässerung, Düngemitteln, Fungiziden und Pestiziden am Leben gehalten werden. Das kostet Geld, manchmal mehr als die Erzeuger verdienen Und es führt zu Erosion und ausgelaugten Böden. Nach einigen Jahren bleibt vielen Bauern nichts übrig als ihre Plantagen zu verlassen.
