Lebensmittelgipfel:Vereint gegen Billigfleisch
Zwischen
Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Greenpeace sind bislang
nur wenige Gemeinsamkeiten auffällig geworden. An diesem Montag aber
kämpfen beide gegen das Gleiche: Dumpingpreise im Supermarkt, beim
Fleisch und anderswo. Wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) und die Spitzenvertreter der vier größten deutschen
Lebensmittelkonzerne (Edeka, Rewe, Aldi und Lidl) am Vormittag zum so
genannten "Dialog" treffen, dann wird die Umweltschutzorganisation vor
dem Kanzleramt gegen Billigfleisch protestieren, gemeinsam mit der
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).
Klöckner
wird ihr Missfallen über die Niedrigstpreise im Kreis der
Gipfelteilnehmer kundtun können. Die Ministerin hat sich in den letzten
Wochen bereits als Vorkämpferin der Landwirte profiliert. Während der
"Grünen Woche" Anfang des Jahres prangerte sie mehrmals Dumpingpreise im
Lebensmittelhandel an: "Hähnchenschenkel für 20 Cent, das ist
unanständig", monierte sie. Das könnten die Vertreter von Greenpeace und
AbL kaum besser sagen. Sie fordern von der Bundesregierung einen
verlässlichen Rahmen für eine klimaschonende und tierschutzkonforme
Haltung mit fairen Preisen für die Erzeuger. Klöckner verlangt auch
faire Preise für die Bauern.
Sie hat auch deswegen das Gipfeltreffen initiiert. Offiziell eingeladen
hat Merkel. Die Kanzlerin bat aber neben Klöckner aus dem
Bundeskabinett auch noch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)
dazu. Von dem sind bislang keine Vorstöße in Richtung Preisbeeinflussung
publik geworden