04/02/2020

Habeck will Preisdumping verbieten

Habeck will Preisdumping verbieten

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck forderte von der Bundesregierung ein Verbot von Ramschpreisen bei Lebensmitteln. "Dieses Preisdumping im Supermarkt macht mich wütend. Das muss die Bundesregierung untersagen", sagte Habeck der "Bild am Sonntag". Er befürwortet einen "Tierschutzcent" auf tierische Produkte. "Damit wird der Umbau von Ställen finanziert und Tiere bekommen mehr Platz", sagte Habeck der Zeitung. Diesen kleinen Preisaufschlag würde der Verbraucher an der Kasse kaum merken.

 Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl sind die führenden Einzelhändler in Deutschland und kontrollieren nach Angaben des Bundeskartellamts zusammen mehr als 85 Prozent des Lebensmittelmarktes in Deutschland. Das gebe ihnen eine große Einkaufsmacht bei Verhandlungen mit den Erzeugern, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt im "Tagesspiegel". Er warnte die vier Marktführer: "Die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels dürfen ihre Macht nicht dazu missbrauchen, die Konditionen einseitig zulasten der Erzeuger und Produzenten festzusetzen."
Quelle ARD Tagesschau

Nachtrag 4.1.
 Der Handel wehrt sich gegen den generellen Vorwurf, Lebensmittel zu „Dumpingpreisen“ zu verschleudern. „Da versuchen sich gleich mehrere Minister und dazu noch etliche Bundestagsabgeordnete auf Kosten des Handels zu profilieren und veranstalten ein regelrechtes Kesseltreiben, ohne wirklich die Fakten zur Kenntnis zu nehmen“, sagte Handelspräsident Josef Sanktjohanser dieser Tage im Interview.

Systematische Verkäufe unter Einstandspreis seien ohnehin gesetzlich verboten. Allerdings geht es dabei um das Wettbewerbsrecht. Im Rahmen einer EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie) soll die Überwachung verschärft werden. Innerhalb der Bundesregierung ist es zu einem Tauziehen gekommen, welche Behörde die Überwachung übernehmen soll: Klöckner plädiert für die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Wirtschaftsminister Peter Altmaier, ebenfalls CDU, würde das ihm unterstehende Bundeskartellamt vorziehen.
Die UTP-Richtlinie solle die Bauern „auf Augenhöhe“ mit den Handelsketten bringen und deren Nachfragemacht relativieren, sagte Klöckner vor dem Treffen im Kanzleramt. Edeka, Rewe, Lidl und die beiden Aldi-Schwesterfirmen teilen sich 85 Prozent des deutschen LebensmittelhandelsDer Handel wehrt sich gegen den generellen Vorwurf, Lebensmittel zu „Dumpingpreisen“ zu verschleudern. „Da versuchen sich gleich mehrere Minister und dazu noch etliche Bundestagsabgeordnete auf Kosten des Handels zu profilieren und veranstalten ein regelrechtes Kesseltreiben, ohne wirklich die Fakten zur Kenntnis zu nehmen“, sagte Handelspräsident Josef Sanktjohanser dieser Tage im Interview.



Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck | Bildquelle: AFP