06/12/2019

Feuerwerk

CONCLUSIO:
Man soll Donnerschläge nicht gegen Spatzen schleudern. Wenn ein Winterkurort oder ein Seebad mal Versailles spielen will – warum denn nicht? Ich finde das zwar unsinnig und würde, darum befragt, keinen Pfennig aus dem allgemeinen Steueraufkommen dafür bewilligen. Aber was soll’s, für die Freuden der Mitmenschen muß man auch ein bißchen leiden können. Der freie Verkauf von Feuerwerkskörpern en masse jedoch, gerade jetzt wieder, auch an sehr Jugendliche, die nicht die geringste Rücksicht nehmen können auf Schreckhafte und Erschrockene (dafür fehlen ihnen alle Erfahrungen), bedeutet in manchen Wohngegenden, daß es nun wieder vom 29. Dezember (wenn diese Kleinst-Bomben verkauft werden) bis zum 29. Januar (wenn, wie man nur hoffen kann, die letzten verballert sind) dauernd knallt. Aber wenn ein Lautsprecher ein bißchen forte spielt, wird das als ruhestörender Lärm verfolgt! – Professionell veranstaltete Feuerwerke werden wir (auch diejenigen von uns, die wie ich dieses Glitzern und jedes Knallen verabscheuen) ertragen müssen; sie gehen ja auch einmal wieder vorbei. Aber die Amateur-Glitzerei und vor allem -Knallerei, die kein Ende nimmt, ist doch ziemlich unerträglich und dumm.

Rudolf Walter Leonhardt
Quelle ➔ Zeit online
Mal sehen, wie sich ALDI + EDEKA im Dorf  verhalten