https://www.tagesschau.de/ausland/europa/mariupol-269.html
Die im Asow-Stahlwerk verschanzten ukrainischen Truppen schienen schon lange verzweifelt - und kämpften dennoch weiter: "Wir bekommen keine Unterstützung, keine Hilfe und wir kämpfen währenddessen die ganze Zeit, jeder Einzelne von uns, gegen die Übermacht der Russen", fasste Leutnant Ilja Samojlenko bei einem Interview in den tagesthemen die Lage zusammen.
Immer wieder hatten sich einzelne Kommandeure über soziale Netzwerke an die Öffentlichkeit gewandt, um auf ihre aussichtlose Lage aufmerksam zu machen: "Es ist eine Frage von Stunden, bis wir vernichtet werden", sagte Serhij Volyna von ihnen Ende April der Zeitung "Welt". Eine Botschaft war bei allen gleich: Sich zu ergeben sei keine Option - nun, am 17. Mai, haben sich 264 Kämpfer in russische Gefangenschaft begeben. Nach elf Wochen Belagerung fällt Mariupol damit endgültig in die Hände Russlands - ein teuer bezahlter Triumph für den Kreml, der in der weltweiten Wahrnehmung fast einer Niederlage gleichkommt.
