25/04/2022

Die Welt rüstet weiter auf

Auf dem Spitzenplatz liegt Russland damit aber nicht. 2021 war ein Rekordjahr. Noch nie haben die Staaten der Welt so viel in ihre Streitkräfte und Rüstung investiert. Spitzenreiter dabei: die USA. Insgesamt rund 801 Milliarden Dollar hat man dort für die Verteidigung ausgegeben. Auch China, das mit geschätzt 293 Milliarden Dollar folgt, investiert in seine Streitkräfte: Das Land steigerte seine Ausgaben um 4,7 Prozent. Ihm folgen Indien, Großbritannien und schließlich Russland.

Deutschland gab laut den Sipri-Berechnungen 2021 rund 56 Milliarden Dollar für seine Verteidigung aus. Das entspricht 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit liegt die Bundesrepublik im weltweiten Vergleich hinter Frankreich auf Platz sieben. Angetrieben durch den Krieg in der Ukraine soll zugelegt werden. Demgegenüber gibt es auch kritische Stimmen, zuletzt gingen Tausende bei den Ostermärschen für Frieden und Abrüstung auf die Straße. Über den Etat für die Bundeswehr müssen die Politiker und Politikerinnen in Berlin entscheiden. Darüber, ob man es ethisch korrekt findet, als Land in Waffen und Militär zu investieren, jeder und jede Einzelne für sich selbst. Doch sicher ist eins: Die anderen tun es auch.

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Nicht erst seit den Ostermärschen vergangene Woche wird über die Auf- oder Abrüstung Deutschlands diskutiert. Was die Appelle mehrerer US-Präsidenten nicht geschafft haben, hat Putins Einmarsch in die Ukraine innerhalb von Tagen ins Rollen gebracht: Ein Sondervermögen für die Bundeswehr, mehr Geld für das Militär. Anhand einer Weltlage, die sich mit dem Angriff auf die Ukraine quasi über Nacht verändert hat, ist es nicht verwunderlich, dass das Thema Verteidigung ganz oben auf der Liste angekommen ist. Denn Russland hatte sich vorbereitet.

Wie das Sipri-Institut mitteilt, hat das Land im vergangenen Jahr 2,9 Prozent mehr für sein Militär ausgegeben als im Jahr zuvor – insgesamt 65,9 Milliarden Dollar. Das geht aus der jährlichen Erhebung des Friedensforschungsinstituts in Stockholm hervor. 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts machten die Militärausgaben Russlands 2021 aus. Das ist "viel höher als der Weltdurchschnitt", wie Sipri-Experte Diego Lopes da Silva sagt.