10/08/2021

Ab jetzt ist Nahkampf
Bündnis90/Die Grünen

 

 

"Der Wahlkampf ist bisher unter seinen Möglichkeiten geblieben", fasst Robert Habeck die Lage zusammen. Der Grünenchef – der wie immer frei spricht, die Hemdsärmel hochgekrempelt – meint damit wohl nicht nur die Fehler seiner Partei oder seiner Co-Kandidatin, sondern auch das Diskussionsniveau. Schließlich geht es es laut Habeck in diesem Wahlkampf um nicht weniger als die Frage, welche Zukunft die Menschen auf diesem Planeten noch haben.

Es passt zu der grünen Aufbruchsinszenierung, dass man den offiziellen Start des Wahlkampfs auf diesen Tag gelegt hat, an dem der Weltklimarat seinen Bericht zum Klimawandel vorlegt. In diesem warnen die Wissenschaftlerinnen erneut vor einer Zunahme von Extremwetterereignissen. Durchgreifende Klimamaßnahmen seien nötig, selbst wenn die Erderwärmung nur auf zwei und nicht wie im Pariser Klimaabkommen beschlossen sogar auf möglichst 1,5 Grad beschränkt werden solle. Auch Habeck erklärt die Klimafrage zu der zentralen Frage für die kommende Dekade. Häufig wird den Grünen vorgeworfen, eine Verbotspartei zu sein. Habeck dreht den Spieß jetzt um: "Wenn wir das Klima schützen, schützen wir die offene Gesellschaft, die Freiheit der Gesellschaft", sagt er.

Die anderen kritisierten die Grünen, ohne selbst Antworten zu geben, das werde man nicht mehr hinnehmen, verkündet Habeck. Genauso wenig wie die Tatsache, dass anderen Parteien die soziale Gerechtigkeit immer nur dann einfalle, wenn es um die drei F geht: Fahren, Fleisch, Flüchtlinge. Dabei hätten die Grünen doch gerade für die sozialen Probleme auch Antworten, nicht nur ihr Energiegeld, sondern auch etwa einen höheren Mindestlohn oder eine Reform von Hartz IV