15/05/2020

Laschet im freien Fall

"Oberster Lockerungsbeauftragter der Republik"

Was Laschet hingegen macht, ist unredlich. Wir erinnern uns: Vor Wochen deklamierte er noch theatralisch, es gehe um "Leben und Tod", mittlerweile hat er eine Metamorphose zum obersten Lockerungsbeauftragten der Republik durchlaufen. In einer Reihe von Auftritten und Äußerungen, bei denen vor allem seine Souveränität exponentiell zu schrumpfen schien.
Wer hoch hinaus will, sinkt manchmal tief herab. Wer gedacht hat, das Erklären Nordrhein-Westfalens zum "Land der Küchenbauer" in Zusammenhang mit der Öffnung von Möbelhäusern sei der Tiefpunkt der Laschetschen Ausfälle, sah sich getäuscht. Mit seinem irrlichternden Auftritt bei "Anne Will" im Ersten bewies er: Tiefer geht immer. Schrill und zu laut im Tonfall, alles andere als faktenfest, ungeschickt in der Wortwahl - keine Glanzstunde, sondern eine bemerkenswerte Selbstdemontage.

 Je länger die Krise andauert, umso überforderter wirkt Armin Laschet und das ist schon für den Ministerpräsidenten des bevölkerungsreichsten Bundeslandes alarmierend - für einen, der nach dem Vorsitz der größten Volkspartei und letztlich nach dem Einzug ins Kanzleramt strebt, ist es fatal. Womöglich gilt also mit Blick auf diese Ambition Laschets dann doch das Schäublesche Diktum "Isch over".

http://media.tagesschau.de/audio/2020/0427/AU-20200427-1741-3900.mp3