14/05/2020

Drosten in der Corona-Krise: Mythos vom künstlich erzeugten Virus widerlegt

Drosten in der Corona-Krise: Mythos vom künstlich erzeugten Virus widerlegt

So dürfte er umso glücklicher sein, dass die Diskussion über ein künstlich erzeugtes Virus wohl endgültig „vom Tisch“ sei. Denn eine bestimmte Schnittstelle in dem Hauptoberflächenprotein wurde nun von Forschern aus China und Europa unabhängig voneinander in ganz ähnlicher Form auch in Fledermäusen* entdeckt. „Sie ist zwar geringfügig anders als die aus dem SARS-CoV-2-Virus des Menschen, aber die ist schon sehr, sehr ähnlich“, erklärt Drosten im Podcast.
In diesem Zuge kann er auch einen anderen Virologen widerlegen. Der Franzose Luc Montagnier, Nobelpreisträger von 2008, hatte in einer TV-Show erklärt, das Coronavirus könne nur künstlich hergestellt worden sein, weil sich im Erbgut auch Sequenzen von HIV befinden würden. „Es ist schwierig für einen aktiven Wissenschaftler in der Virologie zu sagen, dass ein Nobelpreisträger im Fach Virologie Unsinn verbreitet“, urteilt Drosten: „Aber das ist kompletter Unsinn.“ Das Thema sei nun „einfach erledigt“.


Drosten und die Corona-Krise: Ausdrückliches Lob für SPD-Politiker Lauterbach

Dafür hebt der gebürtige Emsländer einen Kollegen ausdrücklich lobend hervor: Karl Lauterbach. Der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte braucht in diesen Tagen ein besonders dickes Fell, wird immer wieder zur Zielscheibe von Protestlern, die vehement umfassende Lockerungen fordern oder die Corona-Krise direkt als Staatselement zur Festigung und zum Ausbau der Macht erkannt haben wollen.
„Ich habe gelesen, wie er in die Kritik geraten ist. Da haben Kommentatoren geschrieben, er solle mal weniger in Talkshows gehen und mal darauf achten, wie er sich so verhält“, springt Drosten dem Bundestagsabgeordneten bei: „Das ist ein Zielen auf eine Person und damit ein Treffen des Inhalts, den die Person von sich gibt - aber dieser Inhalt ist vollkommen richtig.“

Drosten und die Corona-Krise: Talkshow-Vorwurf gegen Lauterbach zweitrangig

Lauterbach gebe lediglich den „Stand der Dinge“ wieder: „Der kennt sich aus und ist von seiner Grundausbildung Epidemiologe.“ Aufgrund seiner Expertise „ist es auch erstmal egal, ob irgendjemand findet, dass er zu viel in Talkshows sitzt. Er geht in die Öffentlichkeit und informiert mit richtigen Inhalten.“

https://www.merkur.de/welt/coronavirus-drosten-deutschland-virologe-labor-china-nobelpreistraeger-experte-karl-lauterbach-kritik-zr-13761655.html