03/02/2020

Der Rückgang der Bauernhöfe und der Rückgang der Braunkehlchen haben eine gemeinsame Ursache Kommentar: Warum eine Allianz von Landwirten und Naturschützern überfällig ist

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Von Christian Schwägerl
Christian Schwägerl Bauernprotest in Münster. 23.10.2019
Die deutschen Landwirte haben allen Grund, besorgt zu sein. Vor 30 Jahren gab es in Deutschland 629.000 Bauernhöfe, heute sind es nur noch 266.000. Im selben Zeitraum ist der Preisdruck auf die, die weitermachen, stark gestiegen. Sie sollen Lebensmittel nach hohen Standards erzeugen, aber kosten dürfen sie fast nichts. Zudem stehen Bauern im Kreuzfeuer pauschaler öffentlicher Kritik, so als ob es jedem Landwirte eine Freude wäre, die Böden zu überdüngen und dem letzten Rebhuhn den Garaus zu machen. Viele Bauernfamilien fürchten, dass auch wegen dieses schlechten Image keines der Kinder bereit sein wird, den Hof zu übernehmen und fortzuführen.
Das sind legitime Sorgen, die nicht nur die Bauern selbst, sondern die breite Bevölkerung umtreiben sollten. Landwirte erzeugen unsere Lebensmittel und prägen unsere Landschaft – damit sind sie einer der wichtigsten Berufsstände überhaupt.
 Doch so legitim die Sorgen sind, so falsch sind Forderungen, die am Dienstag bei der vielbeachteten Traktordemonstration in Berlin erhoben wurden. Auch dort wurde ein pauschales Feindbild gepflegt: Nixblickende „links-grüne“ Großstädter mit einem vernebelt-romantisiertem Bild vom Land wollen den Bauern mit mehr Auflagen beim Natur- und Klimaschutz den Garaus machen.