Arbeitslosenversicherung für SPDler
Kühnerts Vorwurf ist ebenso richtig wie falsch. Im Stillen hoffen die meisten Promis in der Tat, dass ihnen Walter-Borjans und Esken erspart bleiben.Ein simpler Grund: Das Duo gefährdet mittelfristig ihren Arbeitsplatz. Sie fürchten, dass Walter-Borjans und Esken schon beim ersten Anlass Druck aus der Partei bekämen, aus der GroKo auszusteigen. Haben sie schließlich versprochen. Minister müssten womöglich aus der Regierung aussteigen, und einem Viertel der Abgeordneten drohte – nach heutigen Rechenspielen – nach möglichen Neuwahlen das Aus. So betrachtet wären Finanzminister Olaf Scholz und Klara Geywitz als Führungsteam der SPD fürs erste eine Arbeitslosenversicherung für viele Parteifreunde.
Klar, dass diese Parteifreunde auch an sich selbst denken. Und viele haben auch wichtige laufende Projekte im Blick, von denen die Grundrente und das Klimapaket nur die größten sind. Wer in diesen Tagen mit älteren Sozialdemokraten redet, die sich selbst keine Karrierechancen mehr ausrechnen, bekommt aber auch mit, dass einige wirklich in Sorge sind. Eben nicht um sich selbst, sondern um die SPD und – ganz ernsthaft – auch um das Land.
Nur: Offen für Scholz und Geywitz geworben haben die meisten Promis eben gerade nicht. Nur hat Ex-Parteichef Martin Schulz zuletzt intern durchblicken lassen, dass er das Doppel Walter-Borjans-Esken für dilettantisch hält Scholz selbst entdeckt mehr denn je den Genossen Olaf in sich, gibt sich locker wie selten zuvor, verspricht Kommunen Hilfe bei der Entschuldung.
Ausschnitte Quelle FocusOnline