Kieler Nachrichten
Sehr
geehrte Damen und Herren,
diesen lauten, harten und
rätselhaften Knall haben gestern um kurz vor 15 Uhr die meisten Menschen in
Kiel, in Schleswig-Holstein, in Norddeutschland gehört. Doch während die viele
noch die Schultern zuckten, andere sich auch an unsere Redaktion wandten, wurde
Kollege Frank Behling aktiv. Kurz ist sein Draht zu den Leitstellen von Polizei
und Feuerwehr, doch da lag nichts vor. Bei der Europäischen
Weltraumagentur wurde Behling fündig: Ein natürliches Objekt, ein Meteorit
oder Asteroid, war in die Erdatmosphäre eingetreten und am Himmel
verglüht.
Während Behling neue Details recherchierte, aktualisierte die
Redaktion laufend die Online-Berichterstattung – viele Zehntausend Leser wollten
wissen, was es mit dem Knall auf sich hatte. Und auch heute ist der Kollege am
Draht: Eine „Tagesfeuerkugel“ nennt Dieter Heinlein, Physiker am Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Phänomen. Ein spannender Ausdruck, aber wo
ist die Feuerkugel? Experten
glauben, die Reste seien in die Nordsee gestürzt. Wir halten Sie natürlich
auf dem Laufenden, denn was das Objekt genau war, lässt sich wohl erst sagen,
wenn Überreste gefunden wurden. Nicht vergessen in Kiel ist übrigens das Jahr
1962: Damals durchschlug ein Meteorit ein Hausdach in Kiel-Pries. Der Stein riss
ein großes Loch ins Blechdach. Heutiger Besitzer des Hauses ist übrigens der
Kieler Gastwirt "Holgi" Henze.