Tiertransporte gehören zu den
grausamsten Auswüchsen unseres derzeitigen Systems der Massentierhaltung - und
das ganz unabhängig von all den schlimmen Unfällen der letzten Wochen.
Täglich transportieren zahlreiche LKWs Tiere zum Schlachthof oder zu einer
Zwischenstation. Sie sind eingepfercht, hungrig, durstig, verletzt, ihre Augen
mit Angst erfüllt. Sie haben keine Luft zum Atmen, sie sind hilflos
ausgeliefert. 3,7 Millionen Tiere pro Tag sind in Deutschland diesen Umständen
ausgesetzt. Über all das klärten wir auch bei unserer großen “TRUCK
YOU”-Tour im letzten Jahr auf.
Ein Aspekt der Tiertransporte, der
momentan wieder etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt, ist der Transport von Tieren
in Länder außerhalb der EU. Denn während auch in Deutschland und den Staaten der
Europäischen Union die Tierschutzgesetze nicht ansatzweise ausreichend sind,
sieht es in diesen Drittländern noch viel schlimmer aus. Tiere, die
dorthin transportiert werden, werden meist noch größeren Qualen ausgesetzt und
auf noch grausamere Art und Weise behandelt und geschlachtet, als man es aus der
EU kennt. Eigentlich sieht die EU-Tiertransport-Verordnung vor, dass Veterinäre
den Transport in Länder, in denen der Tierschutz nicht eingehalten werden kann,
nicht stattgeben sollen. In der Realität sieht dies jedoch meist anders aus -
denn der wirtschaftliche Druck ist auch hier enorm.
Doch momentan positionieren sich mehr und mehr
Veterinärämter und Landkreise und weigern sich, Tiertransporter in Länder
außerhalb der EU zu transportieren. Stein des Anstoßes war der Fall einer
trächtigen Kuh, die nach Usbekistan geschickt werden sollte - doch das
Veterinäramt Landshut weigerte sich