Bericht vor der Landctagswahl
Die Grünen im Norden wollen weiterhin in der Regierung bleiben.
Habeck hat einen
gehörigen Anteil am Höhenflug seines Landesverbands. Er ist der
beliebteste Politiker zwischen Ost- und Nordsee – und das als Grüner in
einem strukturschwachen, ziemlich konservativen Agrarland, dessen
Landwirte mit Ökolandbau vordem nicht viel am Hut hatten. Wie schafft
man das?
"Wir machen bewusst keine
Politik allein für das grüne Milieu, sondern für alle. Wir haben uns
immer bemüht, Mehrheiten für unsere Ziele zu organisieren. Das ist die
Grundlage unserer Erfolge", sagt der promovierte Philosoph und
Schriftsteller selbstbewusst. Und so brachte Habeck nicht nur den
Fischern nahe, dass sie auch auf Wale achten müssen, und den Bauern,
dass sie weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger auf ihren Äckern
verteilen sollten, wenn sie die Verbraucher nicht verlieren wollen.
Sondern auch den Natur- und Tierschützern, dass er sich auch um das Wohl
der Fischer und Landwirte kümmern muss.
"Ich bin bewusst
dahin gegangen, wo es wehtut", sagt Habeck. Dazu gehört auch der Streit
um weitere Windräder. Das sturmreiche Schleswig-Holstein ist hier
Vorreiter, doch viele Anwohner sträuben sich gegen neue Rotoren vor
ihrer Haustür. Die Wirtschaft und Bauern, auf deren Land die Anlagen
errichten werden, sind jedoch dafür.
Auch hier war Habecks
Verhandlungsgeschick gefragt, genau wie bei den Plänen für die neuen
Stromleitungen in den Süden. Er brachte die Planer mit Initiativen gegen
die Trassen zusammen. Und machte ihnen klar, dass man mit ihm als
Multiminister, der auch für die Energiewende zuständig ist, zwar über
die Streckenführung reden könne, nicht aber darüber, dass die Leitungen
gebaut werden müssen, um den Windstrom weiterzuleiten. Inzwischen gibt
es kaum noch Proteste.