Norwegen, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: eine abgelegene Insel hoch
oben im Norden an der zerklüfteten Küste. Für Hans und Maria Barroy ist
sie das Paradies auf Erden. Sie leben mit ihrer kleinen Familie von dem,
was der karge Boden und das wilde Meer ihnen bescheren. Ihre Tochter
Ingrid hingegen will mehr. Sie geht aufs Festland. Als Hausmädchen
findet sie eine Anstellung bei einer wohlhabenden Familie. Rührend
kümmert sie sich um deren Kinder Felix und Suzanne. Doch eines Tages
sind deren Eltern verschwunden. Ingrid entschließt sich, die beiden
Waisen mit auf ihre Insel zu nehmen. Es ist der Beginn einer
dramatischen Entwicklung! Anrührend und weise, heiter und lebendig. Roy
Jacobsens Beschreibungen der Menschen und der Natur sind atemberaubend.
Als Jacobsens Roman 'Die Unsichtbaren' 2014 in deutscher Übersetzung erschien, im kleinen Hamburger Osburg Verlag, wurde er von den Lesern und Kritikern weitgehend übersehen- In der vergangenen Woche hat nun die Jury des Man Booker International Prize 'Die Unsichtbaren' auf die Shortlist gesetzt. Mit der britischen Auszeichnung werden frisch ins Englische übersetzte Bücher bedacht; er ist mit 50000 Pfund dotiert.
