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Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik (WBA) hat
am Mittwoch das Gutachten zur Nutztierhaltung an Staatsekretär Peter Bleser im
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft überreicht.
Der agrarpolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen,
Friedrich Ostendorff sieht in dem Gutachten „eine Klatsche für die bisherige
Politik von Minister Schmidt“. Die Wissenschaftler fordern „nichts anderes als
eine Umkehr bei der intensiven Fleischproduktion“. Diese sei alles andere als „zukunftsfähig“.
Ostendorff sieht in der Studie einen Zusammenschnitt grüner Agrarpolitik der
letzten Jahre und widerlege die Kritik an ihr. Jetzt fordert Ostendorff von Schmidt
„eine konsequente Umsetzung der Forderungen und eine verstärkte finanzielle
Förderung der artgerechten Tierhaltung.“
„In weiten Teilen außerordentlich kritisch“
Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht das Gutachten „in
weiten Teilen außerordentlich kritisch“. „Die
Analyse der derzeitigen Situation, deren methodische Grundlagen und Bewertungen
haben erhebliche Schwächen. Die Empfehlungen der Wissenschaftler sind in
Anbetracht der Konsequenzen für die Nutztierhaltung, die Bauernfamilien und für
den ländlichen Raum unverantwortlich leichtfertig“, kritisierte
DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken. Richtig lägen die Wissenschaftler
allerdings mit der Bewertung, dass höhere Standards zu einer Verlagerung der
Tierproduktion ins Ausland führten. Der DBV glaubt auch nicht an die
Zahlungsbereitschaft der Verbraucher. Es sind viele verschiedene Label auf dem
Markt und der Verbraucher hat die Auswahl. „Gemessen an den Marktanteilen von Labels
für eine solche Tierhaltung wird diese Annahme von der Realität im Lebensmittelhandel
nicht bestätigt.“ Außerdem seine die Kosten nicht realistisch eingeschätzt und
die Verbraucherausgaben stiegen höher als zwischen drei bis sechs Prozent.
Gegenzurechnen seien die volkswirtschaftlichen Kosten durch die Abwanderung der
Tierproduktion ins Ausland.
„Tierschutzplan Niedersachsen“