15/04/2017

Welche Nutztierhaltung wollen wir?

https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/gutachten-zur-nutztierhaltung.html
Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik (WBA) hat am Mittwoch das Gutachten zur Nutztierhaltung an Staatsekretär Peter Bleser im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft überreicht.  

Der agrarpolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Friedrich Ostendorff sieht in dem Gutachten „eine Klatsche für die bisherige Politik von Minister Schmidt“. Die Wissenschaftler fordern „nichts anderes als eine Umkehr bei der intensiven Fleischproduktion“. Diese sei alles andere als „zukunftsfähig“. Ostendorff sieht in der Studie einen Zusammenschnitt grüner Agrarpolitik der letzten Jahre und widerlege die Kritik an ihr. Jetzt fordert Ostendorff von Schmidt „eine konsequente Umsetzung der Forderungen und eine verstärkte finanzielle Förderung der artgerechten Tierhaltung.“
„In weiten Teilen außerordentlich kritisch“
Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht das Gutachten „in weiten Teilen außerordentlich kritisch“. „Die Analyse der derzeitigen Situation, deren methodische Grundlagen und Bewertungen haben erhebliche Schwächen. Die Empfehlungen der Wissenschaftler sind in Anbetracht der Konsequenzen für die Nutztierhaltung, die Bauernfamilien und für den ländlichen Raum unverantwortlich leichtfertig“, kritisierte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken. Richtig lägen die Wissenschaftler allerdings mit der Bewertung, dass höhere Standards zu einer Verlagerung der Tierproduktion ins Ausland führten. Der DBV glaubt auch nicht an die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher. Es sind viele verschiedene Label auf dem Markt und der Verbraucher hat die Auswahl. „Gemessen an den Marktanteilen von Labels für eine solche Tierhaltung wird diese Annahme von der Realität im Lebensmittelhandel nicht bestätigt.“ Außerdem seine die Kosten nicht realistisch eingeschätzt und die Verbraucherausgaben stiegen höher als zwischen drei bis sechs Prozent. Gegenzurechnen seien die volkswirtschaftlichen Kosten durch die Abwanderung der Tierproduktion ins Ausland.
„Tierschutzplan Niedersachsen“