03/05/2016

BfN Pressemitteilung - Stadtnatur

BfN Pressemitteilung

Berlin/Bonn, 03. Mai 2016: Stadtnatur verbessert nicht nur die
Lebensqualität der Stadtbewohner, sondern hat auch einen bedeutenden
ökonomischen Wert. Das ist ein zentrales Ergebnis der dritten Teilstudie
von "Naturkapital Deutschland", die heute in Hannover vorgestellt wird.
Zugleich startet der Bundesverband Garten-, Landschafts- und
Sportplatzbau (BGL) in Berlin eine bundesweite Roadshow, um für mehr Grün
in der Stadt zu werben. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks nimmt an
beiden Terminen teil.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Immer mehr Menschen ziehen in
die Städte, wollen aber die Natur nicht missen. Allerdings werden
Grünflächen von städtischen Kämmerern oft nur als Kostenfaktor
wahrgenommen. Darum ist es wichtig, den großen gesellschaftlichen und
ökonomischen Wert von urbaner grüner Infrastruktur aufzuzeigen: Natur in
der Stadt verbessert die Luftqualität und das Stadtklima, mildert
Hitzewellen und mindert den Lärm. Grünflächen fördern die Begegnung und
dienen der Erholung. Kurz: Grün in der Stadt sorgt für eine höhere
Lebensqualität. Deshalb ist es auch ein neuer Schwerpunkt unserer
Stadtentwicklungspolitik."

Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz: "Die
Leistungen von Stadtnatur umfassen ökologische, ökonomische und soziale
Wirkungen. Es ist gerade die Summe ihrer Wirkungen, die Stadtnatur stark
macht. Um diese positiven Wirkungen gebündelt in städtische Planungs- und
Investitionsentscheidungen einzubringen, bedarf es integrierter Ansätze
in der Stadtentwicklung und müssen neue Wege der Zusammenarbeit gesucht
werden."

Der Naturkapital-Bericht zeigt an vielen Beispielen die positiven
Wirkungen von Stadtnatur:

· Städtisches Grün vermindert die Luftverschmutzung durch
gesundheitsgefährdenden Feinstaub und mindert nachweislich Fälle akuten
Herz- und Kreislaufversagens, die durch Hitzestress an heißen Sommertagen
auftreten. Während der europaweiten Hitzewellen im Sommer 2003 sind bis
zu 70.000 Menschen zusätzlich verstorben. Ohne Stadtgrün wäre diese Zahl
noch höher ausgefallen.

· Parks und Grünanlagen sind Orte für soziale Begegnung. Klein- und
Nachbarschaftsgärten verbinden Menschen unterschiedlicher Schichten und
Kulturen. Städtisches Grün stärkt so den sozialen Zusammenhalt.

· Vegetation und unversiegelte Böden speichern Wasser und tragen dazu
bei, Überschwemmungen bei Starkregen zu verhindern, wodurch zusätzliche
Ausgaben für Schäden an der Kanalisation eingespart werden können.

Das Projekt "Naturkapital Deutschland" wird vom BMUB und dem Bundesamt
für Naturschutz finanziert. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof.
Dr. Bernd Hansjürgens, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Leipzig.
Verantwortlich für den neuen Stadt-Bericht ist Prof. Dr. Ingo Kowarik,
Technische Universität Berlin.

Die Studie sowie weitere Informationen zu "Naturkapital Deutschland"
finden Sie unter
www.naturkapital-teeb.de.

Informationen zur Roadshow "Grün in die Stadt" finden Sie
unter www.gruen-in-die-stadt.de

Informationen zur Naturbewusstseinsstudie mit Schwerpunkt Stadtnatur
finden Sie unter www.bmub.bund.de/N53024/

Diese Pressemitteilung finden Sie auch unter:
http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5786


Hrsg: Bundesamt für Naturschutz
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