04/09/2015

„Die Lage ist dramatisch“

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Schmidt versprach vor mehr als 1300 Besuchern des Bauerntags, sich am Montag auf einer Sondersitzung der Agrarminister in Brüssel für Hilfsmaßnahmen einzusetzen. „Es wird am Dienstag die Welt nicht komplett verändert sein, aber es gibt einige gedankliche Ansätze, die wir versuchen werden umzusetzen“, sagte Schmidt. Nötig sei, „schnellstmöglich Liquidität in die Höfe zu bringen“. Auch über Bürgschaften und Kurzarbeit müsse nachgedacht werden. Konkrete Zusagen machte Schmidt nicht. Der Beifall der Bauern blieb verhalten.
Habeck warf Schmidt vor, ohne klare Strategie nach Brüssel zu fahren. Der Grüne, der in Rendsburg freundlich begrüßt wurde, warb eindringlich dafür, die Milchproduktion zu drosseln. „Der Markt nimmt die Milch nicht auf“, sagte er mit Blick auf das Überangebot. „Wenn alle immer mehr produzieren, kommen wir nicht aus der Krise.“ Habeck glaubt im Gegensatz zu vielen Schweinebauern auch nicht daran, dass Russland schnell zur Aufgabe seiner Einfuhrverbote bewegt werden kann. „Das ist Augenwischerei.“ Applaus bekam der Grüne, als sich zu einer „konditionierten“ Fortsetzung der für Bauern wichtigen EU-Direktzahlungen bekannte.
Alle Redner machten klar, dass die Agrarrunde in Brüssel auch über die Zukunft vieler Landwirte in Schleswig-Holstein entscheidet. Betroffen sind insbesondere die 4500 Milchvieh- und die rund 1000 Schweinebetriebe. Sie machen seit Monaten mit jedem Liter Milch und jedem Kilo Fleisch Verlust, weil die Weltmarktpreise fallen und Großabnehmer sich zurückhalten. Das gilt etwa für China, das weniger Milchpulver einführt.