Schmidt
versprach vor mehr als 1300 Besuchern des Bauerntags, sich am Montag
auf einer Sondersitzung der Agrarminister in Brüssel für Hilfsmaßnahmen
einzusetzen. „Es wird am Dienstag die Welt nicht komplett verändert
sein, aber es gibt einige gedankliche Ansätze, die wir versuchen werden
umzusetzen“, sagte Schmidt. Nötig sei, „schnellstmöglich Liquidität in
die Höfe zu bringen“. Auch über Bürgschaften und Kurzarbeit müsse
nachgedacht werden. Konkrete Zusagen machte Schmidt nicht. Der Beifall
der Bauern blieb verhalten.
Habeck warf
Schmidt vor, ohne klare Strategie nach Brüssel zu fahren. Der Grüne, der
in Rendsburg freundlich begrüßt wurde, warb eindringlich dafür, die
Milchproduktion zu drosseln. „Der Markt nimmt die Milch nicht auf“,
sagte er mit Blick auf das Überangebot. „Wenn alle immer mehr
produzieren, kommen wir nicht aus der Krise.“ Habeck glaubt im Gegensatz
zu vielen Schweinebauern auch nicht daran, dass Russland schnell zur
Aufgabe seiner Einfuhrverbote bewegt werden kann. „Das ist
Augenwischerei.“ Applaus bekam der Grüne, als sich zu einer
„konditionierten“ Fortsetzung der für Bauern wichtigen
EU-Direktzahlungen bekannte.
Alle Redner
machten klar, dass die Agrarrunde in Brüssel auch über die Zukunft
vieler Landwirte in Schleswig-Holstein entscheidet. Betroffen sind
insbesondere die 4500 Milchvieh- und die rund 1000 Schweinebetriebe. Sie
machen seit Monaten mit jedem Liter Milch und jedem Kilo Fleisch
Verlust, weil die Weltmarktpreise fallen und Großabnehmer sich
zurückhalten. Das gilt etwa für China, das weniger Milchpulver einführt.